Die Rechtsschutzversicherung

1. Was ist die Rechtsschutzversicherung eigentlich?

In der heutigen Zeit kommt es sehr schnell zum Rechtsstreicht bzw. Gerichtsprozess und bevor man sich versieht, ist man mit horrenden Gerichts- und Anwaltskosten konfrontiert. Hier hilft eine strukturierte Rechtsschutzversicherung.

Bei der Rechtsschutzversicherung handelt es sich um eine Police, welche Versicherte insbesondere vor finanziellen Schäden eines Rechtsverfahrens bewahrt. Nicht nur die gerichtlichen Kosten, sondern auch weitere Gebühren wie Anwalts- und Zeugenkosten werden dabei von der Versicherungsgesellschaft übernommen. Sollte der Versicherungsnehmer für diese Kosten aufkommen müssen, so übernimmt diese direkt die Rechtsschutzversicherung.

Das Praktische ist, dass ein großer Teil der heutzutage erhältlichen Rechtsschutzversicherungen nicht mehr als Komplettpaket, sondern in einzelnen Teilen individuell zusammengestellt werden können. Das ermöglicht eine passgenaue Optimierung auf die eigenen Lebensbedürfnisse. Sehr beliebt ist beispielsweise die Familienrechtsschutzversicherung, welche fast alle rechtlichen Belange im privaten Leben übernimmt. Am weitesten verbreitet ist allerdings mit Abstand die Verkehrsrechtsschutzversicherung. Doch nicht nur in diesen Bereichen sondern auch in anderen Bereichen ist die Rechtsschutzversicherung aktiv. Der Mieterrechtsschutz ist nur eines von vielen weiteren Beispielen. Am besten informiert man sich selbst direkt bei verschiedenen Versicherern, um einen Einblick über das Sortiment zu gewinnen. Fakt ist, dass sich fast jeder Bereich im täglichen Leben mit einer darauf zugeschnittenen Rechtsschutzversicherung abdecken lässt. Sinnvoll ist diese Police allerdings in jedem Fall.

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt im Rahmen der vereinbarten Deckungssummen bzw. Deckungsbeträge (zumeist 250.000 Euro pro Versicherungsfall) folgende Kosten:

  • Die anfallenden Gerichtskosten des jeweiligen Prozesses
  • Kosten für Sachverständige und Zeugen
  • Die anfallenden Anwaltsgebühren

Natürlich gibt es tarifliche Unterschiede und sogar noch weitere Bereiche welche gedeckt werden können. Hier hilft es aber nur einen extensiven Vergleich der Tarife aufzustellen, um zu schauen welches Tarifangebot auf Ihre Präferenzen trifft und Ihren Vorstellungen entspricht.

2. Worauf Sie bei der Rechtsschutzversicherung achten sollten?

Es gibt ein paar Dinge die sich bei dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung beachten sollten.

Der Markt für Rechtsschutzversicherung ist inzwischen unüberschaubar groß geworden: Immer mehr Versicherungen kommen auf den Markt und bieten verschiedene Modelle für Privatpersonen, Unternehmer und für Selbstständige an. Dass es da schnell schwierig werden kann, das richtige Angebot zu finden, versteht sich fast schon selbst. Wichtig ist daher, schon im Voraus zu wissen, auf welche Versicherer man am besten achten sollte.

Immer von Vorteil ist es zum Beispiel, sich für eine Versicherung zu entscheiden, welche ihre Fälle unabhängig und vor allem neutral bearbeitet. Ein guter Versicherer ist sowohl in finanzieller Hinsicht als auch im ökonomischen Sinne völlig unabhängig – so muss er während der Kooperation mit dem Versicherten auf keine Interessen eines größeren Konzerns, für den er tätig ist, nehmen. Nur in so einem Fall ist gewährleistet, dass Versicherte im Schadensfall eine bestmögliche Betreuung erhalten – das ist enorm wichtig, um überhaupt Ersatz für seinen Schaden zu erhalten.

Weiterhin spielt selbstverständlich das Preis-/Leistungsverhältnis eine entscheidende Rolle. Dieses Thema bringt man erstaunlicherweise selten in Verbindung mit Rechtsschutzversicherungen, aber dennoch sollte man darauf achten. Denn: Für sein bezahltes Geld erwartet natürlich jeder Versicherte etwas. Umfassende, für den persönlichen Fall passende Leistungen sind hier essenziell, denn sonst nützt auch die bekannteste und namhafteste Versicherung nichts.
Sollte man sich auch nach einem Vergleich noch unsicher sein, welcher Versicherer der richtige ist, dann hilft ein Blick auf unabhängige Vergleichsportale wie zum Beispiel Stiftung Warentest. Sie können dabei helfen, die Entscheidung leichter zu fällen.

Und nicht zuletzt legt eine gute Versicherungsgesellschaft stets Wert auf maximalen Kontakt zum Kunden. Eine persönliche telefonische Beratung sollte so oft es geht möglich sein. Manche Versicherungsgesellschaften haben dafür sogar 24-Stunden-Hotlines eingerichtet, um im Falle eines Schadens ständig verfügbar zu sein. Für einen solchen Service, der in dringenden Fällen oft wirklich notwendig ist, lohnt es sich durchaus, lieber ein paar Euro mehr auszugeben als zu wenig.

Bei einer guten Rechtsschutversicherung sollten die folgenden Dinge stets abgedeckt bzw. gewährleistet sein.

  • Telefonische (Vor-)Beratung in einer Vielzahl von Rechtsgebieten.
  • Optionen für weitere Rechtsschutzbereiche: Mietrechtsschutz, Auslandsrechtsschutz, etc.
  • Eine gute Rechtsschutzversicherung hilft Ihnen bereits vor Abschluss der Gerichtsprozesse, z.B. bei der Verfassung eines Widerspruchs.

Allerdings sollte ein Premiumtarif für alle Rechtsschutzbereiche (Privat, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz) 350.400 Euro / Jahr auch nicht übersteigen. Weiterhin sei angemerkt, dass Sie die Beitragshöhe über eine Selbstbeteiligung deutlich reduzieren können. Wird eine Selbstbeteiligung von z.B. 150-250 Euro pro Versicherungsfall angesetzt, sinken die monatlichen Beiträge recht schnell.

3. Für wen lohnt sich eine Rechtsschutzversicherung?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass eine Rechtsschutzversicherung sich in erster Linie an Privatpersonen richtet. Auf privater Ebene ist eine Rechtsschutzversicherung eigentlich immer sinnvoll und sollte unserer Meinung nach ins monatliche Versicherungsbudget eingeplant werden. Die Kosten sind erschwinglich und im Fall der Fälle schützt Sie vor horrenden Prozess- und Gerichtskosten.

Gleichzeitig muss aber auch erwähnt werden, dass die Police genauso für Unternehmer bzw. für Selbstständige eine sehr attraktive Möglichkeit ist, sich umfassend abzusichern. Eines von vielen Beispielen ist hier die Verkehrsrechtsschutzversicherung, welche sich speziell an selbstständige Personen richtet. Die Berufsrechtsschutzversicherung dagegen versichert nicht nur den Versicherten selbst, sondern auch die im Betrieb Angestellten gleich mit. Für Besitzer eines Unternehmens ist sie daher eine der wichtigsten Versicherungen.

4. Welche Leistungen erhalte ich mit der Rechtsschutzversicherung?

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Kernpunkt dieses Texts: Welche Leistungen übernimmt eine gute Rechtsschutzversicherung?
Zunächst einmal kommt sie wie bereits erläutert für Gerichtskosten sowie für Anwalts- und Zeugenkosten entsprechend der gesetzlich festgelegten Gebührenverordnung auf. Dazu zählen ebenfalls Kosten für die Vollstreckung bzw. für eventuelle Sachverständiger.

Sollte der Versicherte im Zuge einer gerichtlichen Auseinandersetzung für die entstandenen Kosten des Gegners aufkommen, dann übernimmt die Rechtsschutzversicherung auch diese Gebühren zuverlässig. Kosten für private Gutachten von Sachverständigen in Bereichen wie dem Verkehrsstrafrecht sowie eventuelle Vorschüsse bezahlt eine Rechtsschutzversicherung ebenso, allerdings lediglich bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Sollte es zu einem Verfahren im Ausland kommen – wie zum Beispiel einem Autounfall – dann kümmert sich die Rechtsschutzversicherung unter anderem um eine Übersetzung aller für den Versicherten wichtigen Unterlagen.

Wichtig ist es dennoch, darüber Bescheid zu wissen, welche Schäden NICHT von der Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Für den Fall, dass eine Streitigkeit keiner der eben erwähnten Fälle zugeordnet werden kann, dann trägt die Versicherung die Kosten einfach nicht. Manche Leistungen sind bereits vertraglich direkt ausgeschlossen – daher sollte sich jeder, der sich für eine solche Police interessiert, den Vertrag ganz genau durchlesen! Streitigkeiten mit der Versicherung selbst sowie Baurisiken, Bußgelder und Geldstrafen jeglicher Art werden von der Rechtsschutzversicherung allgemein nicht übernommen. Um genau Bescheid zu wissen, lohnt es sich, direkt bei der Gesellschaft nachzufragen, denn hier legt jede Versicherungsgesellschaft andere Konditionen und Regelungen fest.

5. Was ist im Schadensfall zu tun?

Für den Fall, dass bei einer Streitigkeit im rechtlichen Sinne keine Einigung erzielt wird, mit denen beide Parteien leben können, ist das Informieren der Rechtsschutzversicherungsgesellschaft sinnvoll. Sollte ein Schaden entstanden sein und daraus entsteht ein gerichtlicher Streit oder sollen die Kosten, welche während des Prozesses entstehen werden, übernommen werden, so gilt es auch hier unverzüglich die Versicherung zu kontaktieren. Meist bekommt man direkt einen Sachverständigen telefonisch zugewiesen, der sich dann künftig um alle mit dem Fall zusammenhängenden Aspekte befasst.

Versicherte können sich bei einem guten Versicherer auf eine fundierte und genaue Beratung verlassen.

6. Kann die Rechtsschutzversicherung steuerlich abgesetzt werden?

Beruflich bedingte Gebühren für eine Rechtsschutzversicherung können durchaus steuerlich geltend gemacht werden – darüber sind sich allerdings nur wenige Menschen im Klaren. Tatsächlich aber lassen sich diese Ausgaben in der Steuererklärung angeben. Damit die Kosten steuerlich geltend gemacht werden können, müssen diese also in erster Hinsicht beruflicher Natur sein. Das ist unter anderem bei Arbeitsrechtsschutzversicherungen bzw. anderen betriebsbedingten Policen dieser Variante der Fall.
Wichtig ist hier zunächst, den genauen Betrag zu kennen. Sollte die eigene Rechtsschutzversicherung nur über einen Arbeitsrechtschutz verfügen, dann hat man diesen Betrag bereits schriftlich im Vertrag vermerkt vorliegen. Für den Fall, dass man eine Kombi-Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, so gilt es, die Gesellschaft zu kontaktieren, um sich nach dem Anteil für den entsprechenden Arbeitsrechtsschutz zu erkundigen. Anschließend kann eine schriftliche Bestätigung seitens der Versicherungsgesellschaft ausgestellt werden, welche der Versicherte anschließend einfach dem Finanzamt vorlegt.