Die Haftpflichtversicherung

Die Private- und Betriebliche Haftpflichtversicherung

Es gibt zwei verschiedene Formen der Haftpflichtversicherung: Die private und die betriebliche Haftpflichversicherung. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen diese beiden Optionen etwas genauer vorstellen. Anschließend können Sie am Ende der Seite einen rationalen und unverbindlichen Vergleich der Haftpflichtanbieter aufstellen, um sich ein besseres Bild zu verschaffen.

Die Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung sollte im Grunde jeder deutsche Bürger in sein Versicherungsportfolio eingliedern. Viele fragen sich aber natürlich: “Was ist die Haftpflicht eigentlich und wozu brauche ich diese?”

1.1 Was ist die private Haftpflichtversicherung?

Die Haftpflichtversicherung definiert sich aus der gesetzlichen Pflicht, einen verursachten Schaden zu ersetzen, entsprechend des § 823 BGB. Die Privathaftpflichtversicherung bezieht sich hierbei auf das private Umfeld eines Menschen und seine Familie. In der Regel schließt der sogenannte Haushaltsvorstand einer Familie eine Privathaftpflichtversicherung ab, um entstehende Kosten durch fahrlässig verursachte Schäden decken zu können, die durch den Haushaltsvorstand selbst wie auch ein im Haushalt lebendes Familienmitglied oder ein eventueller Hausangestellter ausgelöst wurden. Die Privathaftpflichtversicherung bezieht sich hierbei auf Schäden, die ausschließlich im privaten Umfeld entstehen, also keinen beruflichen oder vereinsmäßigen beziehungsweise ehrenamtlichen Hintergrund besitzen. Zu den durch die Privathaftpflichtversicherung gedeckten Schäden gehören unter anderem Unfälle Dritter auf dem Grundstück oder in der Wohnung, die Sportausübung, jedoch ohne die Jagd, und teilweise die Tierhaltung, wobei hier zahlreiche Ausnahmen bestehen. Die Versicherungsunternehmen bieten bei Abschluss der Privathaftpflichtversicherung weitere Zusatzdeckungen an wie etwa die Forderungsausfallversicherung, die den eigenen Schaden abdeckt, wenn dieser durch eine nicht versicherte dritte Person verursacht wurde.

1.2 Wer braucht die private Haftpflichtversicherung?

Die Privathaftpflichtversicherung ist eine freiwillige Versicherung, zu deren Abschluss kein Zwang wie etwa bei der Kfz-Haftpflicht besteht. Jedoch sollten gerade die verantwortlichen Personen in einer Familie darüber nachdenken, welche Risiken heute bestehen und wie die Kosten bei einem Schaden explodieren. So können etwa Kinder unwissentlich bei einem Nachbarn einen Schaden verursachen, dessen Tragweite sie natürlich nicht übersehen können. Im Fall eines Rechtsstreites kommen dabei neben den eigentlichen Schadenskosten Verfahrenskosten dazu, die nicht selten den eigentlichen Schadenswert bei Weitem übersteigen. Eine Privathaftpflichtversicherung lohnt sich immer, selbst für kinderlose Paare oder alleinlebende Personen. Sowohl als Wohnungseigentümer, wie auch als Mieter besteht, diesen gegenüber ein Schadensersatzanspruch seitens Dritter, wenn diese im Verantwortungsbereich des Mieters oder Hauseigentümers einen Schaden materieller oder persönlicher Art erlitten haben. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Streupflicht auf Gehwegen bei Vereisungen und Schneefall. Kommt es zu einem Unfall, so sind zwar die Krankenkosten in der Regel durch die Unfallversicherung des Opfers gedeckt, dieses kann aber gegenüber dem Inhaber des am Gehweg angrenzenden Grundstücks gegenüber Schadenersatzansprüche geltend machen.

1.3 Was deckt die private Haftpflichtversicherung ab?

Heute bestehen im Alltag sogenannte typische Risiken. Das bedeutet, dass fast täglich Situationen im privaten Umfeld entstehen, durch die dritte Personen gesundheitlich oder materiell geschädigt werden können. Ein Beispiel hierfür ist etwa die neueste Spielekonsole des Nachbarkindes, das diese zum Spielen mit den eigenen Kindern ins Haus brachte oder die eigenen Kinder sind beim Nachbarn, und lassen das Gerät aus Unachtsamkeit fallen. Hier tritt die Privathaftpflichtversicherung ein. Weitere Deckungsbereiche sind sportliche Veranstaltungen mit Ausnahme der Jagd und bestimmter Kampfsportarten. Selbst bei Schäden durch ein Kfz kann die Privathaftpflicht in Anspruch genommen werden, vorausgesetzt, die Schadensverursachung erfolgte auf privatem Gelände, das nicht der StVO unterliegt. Ebenso fallen Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 Km/h oder Baumaschinen und landwirtschaftliche Geräte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Km/h in die Privathaftpflicht. Die Versicherungsunternehmen bieten die Ausweitung der privaten Haftpflichtversicherung durch Zusatzdeckungen an. Hierzu gehören Forderungs- oder Ausfalldeckungen, die Deckung von Schäden durch deliktunfähige Kinder, gesonderte Mietsachschäden wie etwa Glasbruch, Gefälligkeitsschäden, Schlüsselschäden sowie Schäden im Ehrenamt.

1.4 Worauf muss ich bei der privaten Haftpflichtversicherung achten?

Die Policen der einzelnen Versicherungsunternehmen sind unterschiedlich gestaltet. So bieten einige Versicherer für Personen- und Sachschäden verschiedene Deckungshöhen an. Andere nutzen hierbei einen Pauschalbetrag. In der Regel sind beispielsweise Familien mit einem Pauschalbetrag von drei Millionen Euro gut bedient. Bei Abschluss der Privathaftpflichtversicherung lohnt es sich, die Forderungsausfalldeckung als zusätzliche Leistung mit aufzunehmen. So wird auch der eigene Schaden, der durch Dritte verursacht wird, zuverlässig abgedeckt. Genauso verhält es sich mit der Kinderschadensklausel für Schäden, die von Kindern unter sieben Jahren verursacht wurden. Etwas neueren Datums sind Schäden, die durch das Internet ausgelöst werden können. Auch hier bieten einige Versicherer Zusatzleistungen an.

Bei Entstehen eines Schadens sollte die Versicherung schnellstmöglich informiert werden. Der Sachverhalt muss möglichst genau geschildert werden, so das auf etwaige unberechtigte Forderungen seitens Dritter durch die Versicherung reagiert werden kann. Dabei sollten zuerst einmal keine Schuldeingeständnisse unterschrieben oder Forderungen vor Ort in bar beglichen werden, das kann dazu führen, das der Versicherungsschutz seine Wirkung verliert.

Ein kleines Beispiel: Sie sind bei Ihrem Bekannten zum Essen eingeladen. Dabei wird ungewollt das Glas Rotwein auf den neuen und teuren Teppich verschüttet. Dies ist ein Schaden der über die Haftpflichtversicherung in der Abteilung “Sachschaden” geprüft und abgewickelt wird. Dabei übernimmt die Haftpflicht zwei verschiedene Aufgaben.

a. ) Die Haftpflichtversicherung prüft zunächst, ob die Schadensersatzansprüche des Dritten überhaupt gerechtfertigt sind.b

b.) Ist der Schadensersatzanspruch gerechtfertigt, reguliert die Haftpflicht diesen Schaden und übernimmt die anfallenden Kosten.

Kleine und große Schäden passieren schnell, hinreichend vom Glas Rotwein auf dem neuen Teppich bis hin zu Unfällen und Verletzten. Daher ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung absolute Pflicht (!) für jeden Bürger.

Vergleichen Sie einfach die Angebote der verschiedenen Versicherungen mit dem folgenden Formular:

Die Betriebshaftpflichtversicherung

Doch was ist mit der gewerblichen Ebene?  Keine Sorge, auch hier wird Licht ins Dunkle gebracht.

2.1 Was ist die betriebliche Haftpflichtversicherung

Mit einer Betriebshaftpflichtversicherung decken industrielle Unternehmen, Gewerbebetriebe, freiberuflich Tätige und Handwerker die in ihren jeweiligen Berufen und Branchen bestehenden Risiken ab, die durch die Ausübung oder Produktion entstehen können. Für einen bestimmten Personenkreis oder eine Berufszuordnung besteht der Zwang, eine Betriebshaftpflicht abzuschließen. In kleinen wie großen Betrieben entstehen durch den Umgang mit Maschinen und Geräten Gefahren, die sich nach außen auswirken können. Genauso verhält es bei Firmen, die beratende Serviceleistungen anbieten, jedoch bezieht sich hier das Gefahrenpotenzial nicht auf direkte Einwirkungen, sondern meist auf Verluste, die durch Nichterfüllung entstehen. Mit dem Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung sichert sich der Versicherungsnehmer gegen begründete Schadenersatzansprüche Dritter ab.

2.2. Wo liegt der unterschied zur privaten Haftpflichtversicherung

Technisch gesehen beinhalten sowohl die Betriebshaftpflicht wie die Privathaftpflicht die Deckung von Schäden, die fahrlässig verursacht wurden. Aufgrund der Komplexität betrieblicher Vorgänge sind Betriebshaftpflichtversicherungen jedoch weit individueller gestaltet als Privathaftpflichtversicherungen. So werden in Policen zu Betriebshaftpflichtversicherungen die allgemeinen Haftpflichtbedingungen je nach Branche durch besondere Bedingungen abgeändert. Dies hängt einfach mit den viel weiter reichenden Folgen einer betrieblichen Tätigkeit zusammen, wie sie in dieser Form im privaten Umfeld meist nicht vorkommen können. Die Versicherungsunternehmen versuchen dabei, alle Eventualitäten einzuschließen. Dies können beispielsweise Schäden sein, die aufgrund der Tätigkeit des versicherten Betriebes im Ausland entstehen. Im weiteren sind Betriebshaftpflicht und Privathaftpflicht mit entsprechenden Abänderungen deckungsgleich. So etwa in der Vorsorgeversicherung, also der Einbeziehung neu entstandener Risiken, wobei dies üblicherweise in vermehrtem Maße auf Betriebe und Unternehmen zutrifft. Natürlich werden nicht alle neu entstandenen Risiken zeitlich unbegrenzt in den Leistungsumfang mit aufgenommen. Hier ist eine regelmäßige Erneuerung oder Aktualisierung der besonderen Bedingungen im Versicherungsvertrag notwendig.

2.3. Was deckt die betriebliche Haftpflichtversicherung ab?

Grundsätzlich sind in der betrieblichen Haftpflichtversicherung alle fest angestellten Mitarbeiter eines Betriebsstandortes mitversichert. Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt hierbei entstehende Schäden, die durch direkte Einwirkung der Mitarbeiter folgen, ohne dass dies böswillig oder vorsätzlich geschieht. In die Betriebshaftpflicht ist somit die arbeitsrechtliche Freistellung der Arbeitnehmer involviert. Allerdings können Arbeitnehmer desselben Betriebes keine gegenseitigen Schadenersatzansprüche stellen. Die Versicherungsunternehmen haben hierzu aber verschiedene Konzepte erarbeitet, die auch für solche Fälle Lösungen vorsehen. Für freiberuflich tätige Personen ohne angestellte Mitarbeiter tritt die Betriebshaftpflicht einzig für durch sie entstandene Schäden ein. Vertraglich verpflichtete Subunternehmer oder etwa Urlaubsvertretungen sind in der Regel von der Betriebshaftpflicht ausgeschlossen. Genauso wie Vermögensschäden oder Erfüllungsansprüche. Für Schäden dieser Art sieht die Versicherungsbranche weitere Versicherungsprodukte vor, da die hier auftretenden Schäden sehr weitreichende Folgen haben können. So etwa in der Produkthaftung oder in der Vermögensberatung. Als Beispiele seien hier nur die verschiedenen Rückrufaktionen von Fahrzeugherstellern genannt, die Kosten verursachen können, die durch die Deckungssummen herkömmlicher Betriebshaftpflichtversicherungen nicht zu decken sind.

2.4. Ist die betriebliche Haftpflichversicherung zwingend notwendig für meine Firma?

Neben der freiwillig abzuschließenden Betriebshaftpflichtversicherung bestehen einige Berufsbilder, die für die Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Betriebshaftpflicht zwingend benötigen. So etwa beratende Firmen oder freiberufliche Personen im Bereich der Vermögensberatung genauso wie Anwaltskanzleien, Notariate oder Arztpraxen. Auch freiberuflich tätige Bauingenieure und Architekten benötigen vor Arbeitsaufnahme den Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung. Das bestehende Haftpflichtgesetz beinhaltet eine ganze Reihe von Branchen wie etwa Bahnbetriebe oder Unternehmen, die sich mit der Beförderung von Elektrizität, Gasen oder Flüssigkeiten beschäftigen. Hier besteht eine Gefährdungshaftung durch sogenannte erlaubte Gefahren, die mit einer entsprechenden Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt sind. Aber selbst kleine und kleinste Betriebe, die nicht in der Pflicht sind, eine Versicherung gegen Schäden an Dritten abzuschließen, sind mit der Betriebshaftpflicht auf der sicheren Seite. Risiken bestehen immer. Selbst in eigentlich harmlosen Berufszweigen können Angestellte oder der Betriebsinhaber unbeabsichtigt Schäden verursachen, deren Kostendeckung schnell die Existenz vernichten kann.