Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. BU Versicherung gehört in jedes gutes Versicherungsportfolio. Neben der Unfallversicherung gehört Sie zu den bekanntesten Invaliditätsversicherungen in Deutschland. Oft wird das eigene Risiko deutlich unterschätzt. Doch die Realität zeigt, dass immer mehr und mehr Menschen arbeitsunfähig werden. So ist ein Unfall am Arbeitsplatz oder im alltäglichen Leben  schnell passiert und die vorher noch undenkbar und rein hypothetische Situation der Arbeitsunfähigkeit wird schnell zur Realität.  Da kann es ganz schnell passieren, dass das monatliche Einkommen für mehrere Monate oder sogar Jahre verschwindet und die Existenzbedrohung bevorsteht. Ist dieses Risiko nicht versichert erfolgt schnell der soziale Abstieg und den finanziellen Verpflichtungen kann nicht mehr nachgekommen werden. Ein Weg in die Schuldenspirale.

Denn für alle Personen die nach 1961 geboren sind gibt es keine Berufsunfähigkeitsrente mehre, sondern lediglich die nachfolgende Erwerbsminderungsrente, welche zur Sicherung des Lebensstandards kaum reichen wird. Bspw. erhalten Sie bei einem Bruttoeinkommen von 2500 Euro lediglich 850€ Erwerbsminderungsrente im Fall voller Invalidität.

Hart aber wahr: Krank sein macht arm.

Wo die Sozialsystem versagen hilft die Berufsunfähigkeitsversicherung den Lebensstandard zu halten und die finanzielle sowie soziale Grundlage zu sichern. Basierend auf ihren Präferenzen wird ein individuell zugeschnittenes Angebot erstellt, welches Ihnen in Zeiten der Arbeitsunfähigkeit eine monatliche Vergütung in Form einer Berufsunfähigkeitsrente zahlt. Gerade für junge und aufstrebende Selbstständige und Freiberufler ist die Berufsunfähigkeitsversicherung daher ein absolutes MUSS. Aber auch für Angestellte und Beamte ist die BU versicherung eine absolut attraktive Option, um im Fall der Fälle finanziell abgesichert zu sein.

Dazu kommt, das viele deutsche Haushalte überversichert sind. Das heißt, sie haben zahlreiche Versicherungen, die sie nicht benötigen bzw. in die sie unnötig viel Geld stecken, weil sie die gleichen Risiken bei einer anderen Versicherung bereits mitversichert haben. Doch doppelt hält in diesem Fall nicht besser, sondern sorgt nur bei der Auszahlung für Verzögerungen, weil es unter Umständen zu Zuständigkeitsüberschneidungen kommt im Schadensfall. Anders als so manch andere Versicherung wäre es indes sinnvoll sich als Arbeitnehmer gegen die Berufsunfähigkeit zu versichern.

Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Wissen sollte man vor dem Abschluss einer derartigen Versicherung allerdings, dass je jünger man ist, desto weniger hoch sind die Beiträge für eine derartige Versicherung. Das bedeutet im Gegenzug, dass je älter ein Antragssteller ist, dieser es sehr schwer hat ein entsprechendes Angebot zu finden. Sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung vor allem für die Hauptverdiener. Diese tragen jede Menge Verantwortung für die Familie. Besonders wenn eine Hausfinanzierung noch immer nicht abgeschlossen ist, ist es ratsam, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird. Hierbei ist es egal, ob der Versicherte im Büro arbeitet, auf dem Bau oder in der Werkstatt. Wenn er einen Unfall erleidet oder eine Krankheit hat, kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben und die Möglichkeiten der Restfinanzierung sind äußerst beschränkt. Schon junge Menschen sollten daher versuchen eine derartige Versicherung abzuschließen, eben weil sie die Möglichkeit haben noch einen relativ günstigen Tarif zu erhalten. Ideal ist diese Form der Versicherung auch für Verbraucher, die bereits eine Krankheit haben, wie ein Rückenleiden oder Depressionen. Allerdings bekommen diese mit ihrer medizinischen Vorgeschichte nur schwer eine preiswerte Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Versicherer verlangen hier häufig teure Risikozuschläge, bzw. es sind bestimmte Krankheiten nicht versichert. Diese Klauseln stellt die Versicherung dann von einer Zahlung frei. Im schlimmsten Fall lehnt die Versicherung aber einen Antragssteller ab. Diese sollten Versicherungen abschließen, die zumindest einige Invaliditätsrisiken abdecken. Eine Alternative stellt zum Beispiel die Dread-Disease-Versicherung dar. Durch diese können Krankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt abgesichert werden. Es gibt ganz bestimmte Berufsgruppen, die häufig Berufsunfähigkeitsversicherungen abschließen. Hierzu gehören Dachdecker, Krankenpfleger, Schlachter, Tiefbauer, Maurer und Maler sowie andere Handwerker. Des Weiteren gehören auch Personengruppen wie Sozialarbeiter und Lehrer zu den Berufsgruppen, von denen häufig nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung gefragt wird. Für diese gilt die Berufsunfähigkeitsversicherung als eine Art von Netz, weil sie häufig wegen psychischen Erkrankungen frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Die häufigsten Ursachen der Inanspruchnahme einer derartigen Versicherung ist aber die Erkrankung des Bewegungsapparates oder ein Krebsleiden. Und auch Unfälle im privaten Umfeld sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den Ursachen, weshalb eine derartige Versicherung in Anspruch genommen werden kann. Häufig wird der Abschluss einer derartigen Versicherung von Banken für die Besicherung von Krediten verlangt.

Leistungen im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Bevor eine derartige Versicherung abgeschlossen wird, sollte allerdings auch geklärt werden, welche Leistungen die Versicherung im Fall der Fälle überhaupt übernimmt. Versichert ist im Rahmen der Berufsunfähigkeitsabsicherung für jeden Versicherten dessen individuelle berufliche Leistungsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Hauptberuf. Die Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherung besteht in der Zahlung einer monatlichen Rente. Deren Höhe sollte so hoch sein, dass sie ungefähr den Betrag deckt, den der Versicherte zum Leben benötigt, also für seine Kreditrate, für seine Lebenshaltungskosten und seine sonstigen Ausgaben. Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung werden allerdings an den Versicherten nur dann ausgezahlt, wenn eine vollständige Berufsunfähigkeit vorliegt, sprich der Versicherte auch in keinem anderen Beruf mehr arbeiten kann, auch nicht stundenweise. Dies gilt für die nächsten drei Jahre. Ob sich der Gesundheitszustand danach wieder bessert, ist unerheblich. Da über eine derartige Zeitspanne von einem Arzt meist keine Prognose zu stellen ist, wird die ärztliche Feststellung in vielen Fällen auch für einen verkürzten Prognosezeitraum anerkannt. Der Mindestprognosezeitraum beträgt sechs Monate. In diesem Fall wird eine Leistung durch die Versicherung bewilligt ab dem 7. Monat, wenn zuvor eine dauerhafte Unfähigkeit vorgelegen hatte. Der Versicherte erhält in diesem Fall auch für die vergangenen sechs Monate eine Nachzahlung an Leistungen. Die Krankheit, die Körperverletzung bzw. Behinderung und der Kräfteverfall ist der Versicherung mittels eines ärztlichen Attests nachzuweisen. Durch die Versicherung erfolgt nach dessen Vorlage eine ausführliche Leistungsprüfung. Die Leistungen enden mit dem Eintritt in die Regelrente, was zurzeit bei 63 Jahren der Fall ist.

Worauf Sie beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, der sollte zuvor einen Vergleich der Angebote durchführen. Beachtet werden muss auch, dass der Versicherer gegen den Versicherten Sanktionsrechte hat. Das heißt, bei der Antragsstellung ist darauf zu achten, dass keine falschen Angaben gemacht werden. Eine Pflichtverletzung des Versicherten liegt dann vor, wenn dieser gestellte Fragen unzutreffend bzw. nicht ausreichend beantwortet hat. Das heißt, der Antragssteller muss alle ihm bekannten gesundheitlichen Risiken und gefährdeten Umstände seiner Arbeit offenlegen. Gefragt wird vor dem Abschluss des Vertrags grundsätzlich nach Krankheiten, nach Störungen und nach Beschwerden und allgemeinen Beeinträchtigungen, aber auch nach Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Relevant sind zudem Angaben über Krankenhausaufenthalte in den letzten zehn Jahren und sonstige Behandlungen sowie Untersuchungen. Angaben über Unfälle und Verletzungen muss der Antragssteller ebenfalls machen. Für den Fall, dass der Antragssteller falsche Angaben machte, hat der Versicherer das Recht zur Anfechtung des Vertrags. Die Folge ist eine Leistungsfreiheit der Versicherung. Liegt Vorsatz vor, hat der Versicherer sogar das Recht zum Rücktritt vom Versicherungsvertrag. Gibt der Antragssteller wahrheitsgemäß an, dass er unter Umständen bereits an einer schweren Krankheit leidet, so hat der Versicherer das Recht Zuschläge zu erheben. Dies gilt auch bei erworbenen Krankheiten, wie zum Beispiel nach der Feststellung einer Krebserkrankung, nachdem der Vertrag abgeschlossen wurde.

Die Antragssteller einer derartigen Versicherung sollten auch wissen, dass sie bei einer Kündigung der Versicherung kein Anrecht auf die Auszahlung der eingezahlten Beträge haben. Eine Beitragsrückerstattung wie bei einer Lebensversicherung ist bei dieser Art Versicherung nicht vorgesehen. Achten Sie bei der Tarif- bzw. Vertragsgestaltung auch auf das Kleingedruckte und behalten Sie die persönlichen Präferenzen und Bedürfnisse im Blick. Ein Vergleich der verschiedenen Tarifoptionen ist immer sinnvoll, um einen guten Überblick der verschiedenen Versicherungsangebote zu bekommen.

Versteuerung von Versicherung und Rente

Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung selbst sind als Sonderausgabenabzug bei der Steuererklärung absetzbar. Sie gelten als “andere Versicherungen”. Allerdings waren diese Beiträge bisher nur dann steuerlich absetzbar, wenn die Beiträge für die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung unter 1.900 Euro (gilt für Angestellte) bzw. 2.800 Euro (gilt für Selbstständige) liegen. Seit Januar 2014 gilt, dass wenn diese Versicherung eine lebenslange Rentenzahlung vorsieht, die Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können. Dies gilt dann meist nicht für die Rürup-Verträge, die einen meist zeitlich begrenzten Rahmen haben, in denen der Versicherte Leistungen erhalten wird, nämlich bis zum Eintritt des Versicherten in die reguläre Altersrente. Von der Steuer absetzbar sind die Rürup-Verträge unter den besten Voraussetzungen allerdings in einem Rahmen von bis zu 20.000 Euro (für Alleinstehende) und 40.000 Euro (für Verheiratete).

Die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung werden über den Ertragsanteil für temporäre Leibrenten versteuert. Je eher die Berufsunfähigkeitsrente beansprucht wird, desto höher ist der Anteil, der versteuert werden muss. Liegt der Ertragsanteil unterhalb des Steuerfreibetrages, dann werden keine Steuern fällig. Wurde die Berufsunfähigkeitsrente allerdings als Baustein der Altersvorsorge abgeschlossen, ist diese nur steuerfrei, wenn es sich um eine betriebliche Altersvorsorge handelt. Wurde die Berufsunfähigkeitsrente als Rürup-Rente abgeschlossen, wird die sogenannte Kohortenversteuerung angewandt. 2014 liegt die Bemessungsgrundlage für Leistungseintritte bei 68 Prozent und steigt bis 2040 um 2 Prozent an, später um 1 Prozent bis 100 Prozent erreicht sind.

Achten Sie bei der Tarif- bzw. Vertragsgestaltung vor allem auf das Kleingedruckte und behalten Sie die persönlichen Präferenzen und Bedürfnisse im Blick. Ein Vergleich der verschiedenen Tarifoptionen ist immer sinnvoll, um einen guten Überblick der verschiedenen Versicherungsangebote zu bekommen.